Wenn Musik keine Grenzen kennt: Deutsch-französische Gemeinschaftskonzerte (jetzt auch mit Videos beider Konzerte)
06. März 2026
Es gibt Abende, die in der Geschichte einer Schule – und einer Stadt – einen besonderen Platz einnehmen: Die deutsch-französischen Gemeinschaftskonzerte des Gabrieli-Gymnasiums und seiner Gäste aus Montbrison am vergangenen Wochenende waren solche Ereignisse. In den ehrwürdigen Mauern des Eichstätter Doms sowie der Aula des GG verschmolzen deutsche und französische Stimmen und Instrumente zu einem Plädoyer für Frieden und Völkerfreundschaft.
Das Concert Classique:
Kyrie
God shall wipe away all Tears
Ein sakraler Rahmen für eine zeitlose Botschaft
Besonders die Aufführung von zehn Sätzen aus Karl Jenkins’ „The Armed Man: A Mass for Peace“ am Freitagabend im Dom wurde zu einer tiefbewegenden Mahnung für den Frieden, die in Anbetracht der aktuellen weltweiten Konflikte eine beklemmende Aktualität entfaltete, wie auch GG-Schulleiter Christof Neumayr in seinen deutschen sowie französischen Begrüßungsworten hervorhob: „Wir spielen und singen gemeinsam das, was ausstrahlen soll, was wir teilen wollen, was uns am Herzen liegt.“
Dass das Konzert unter dem sich abwechselnden Dirigat Jean-Baptiste Bertrands, des Direktors der „Maîtrise de la Loire“, und der GG-Ensembleleiter Christine Bleitzhofer, Christina Schiekofer sowie Dominik Harrer ein solch überdurchschnittliches Niveau erreichte, zeugt von einer außergewöhnlichen Leistung der Jugendlichen beider Länder. Sie bewiesen Souveränität im Umgang mit Jenkins’ komplexer Partitur, die religiöse Texte unterschiedlicher Glaubensrichtungen mit zeitgenössischen und teils erschütternden historischen Quellen verbindet. Das intensive und ausdrucksstarke Musizieren aller Beteiligten berührte die Zuhörer spürbar. Dass gerade junge Menschen aus zwei Nationen, die einst durch tiefe Feindschaft getrennt waren, heute gemeinsam ein solches Plädoyer gegen den Krieg im Dom anstimmten, unterstreicht die Aussagekraft der Musik.
Die Friedensmesse des walisischen Komponisten führte das Publikum durch ein Wechselbad der Eindrücke und Gefühle: Während der Auftakt mit „The Armed Man“ durch das Marschieren des Chors – eine interpretierende Inszenierung -, die präzisen Schlagzeug-Akzente und die zum Kampf rufenden Trompeten zur unheilvollen Ankündigung des herannahenden Krieges geriet, verliehen das „Kyrie“ und „Sanctus“ der Bitte um Erbarmen und Lobpreisung eine eindringliche sakrale Wucht. Im „Hymn before Action“ spürte man das Zittern der Soldaten vor der Schlacht, während „Torches“ – zu Deutsch „Fackeln“ - mit seinen bedrohlichen Soli zwischen wuchtigen Tutti-Dissonanzen die Zuhörer erschütterte.
Wiederholt sangen Solistinnen und Solisten aus dem Kirchenschiff und verstärkten damit die Raumwirkung der Musik. Besondere Intensität wurde dem Flehen nach Frieden im „Agnus Dei“ durch die Unisono-Passagen des Chores verliehen, bevor „Now the Guns have stopped“ das Grauen nach dem Verstummen der Waffen in bedrückend reduzierten Orgelklängen und Solistenstimmen von der Kanzel erfahrbar machte. Durch sehr ausdrucksstarke Soli von Bläsern und Streichern, untermalt von meditativen Liegetönen, kehrte schließlich im „Benedictus“ Ruhe ein, bevor mit „Better is Peace“ ein dringender Appell und eine wahre Hymne für den Frieden in der Welt - die Kernbotschaft der „Mass for Peace“ - formuliert wurde. Den berührenden Abschluss bildete „God shall wipe away all Tears“, eine Hoffnung gebende Aussage aus der Offenbarung des Johannes: Gott wird alle Tränen abwischen.
Musikalische Völkerverständigung
Dass das Konzert unter dem sich abwechselnden Dirigat Jean-Baptiste Bertrands, des Direktors der „Maîtrise de la Loire“, und der GG-Ensembleleiter Christine Bleitzhofer, Christina Schiekofer sowie Dominik Harrer ein solch überdurchschnittliches Niveau erreichte, zeugt von einer außergewöhnlichen Leistung der Jugendlichen beider Länder. Sie bewiesen Souveränität im Umgang mit Jenkins’ komplexer Partitur, die religiöse Texte unterschiedlicher Glaubensrichtungen mit zeitgenössischen und teils erschütternden historischen Quellen verbindet. Das intensive und ausdrucksstarke Musizieren aller Beteiligten berührte die Zuhörer spürbar. Dass gerade junge Menschen aus zwei Nationen, die einst durch tiefe Feindschaft getrennt waren, heute gemeinsam ein solches Plädoyer gegen den Krieg im Dom anstimmten, unterstreicht die Aussagekraft der Musik.
Als der letzte, leise verklingende Ton unter den vom GG-Technikteam stimmungsvoll beleuchteten Domgewölben verhallte, herrschte zunächst Stille, die mehr sagte als viele Worte. Die stehenden Ovationen am Ende waren nicht nur Applaus für eine exzellente musikalische Darbietung, sondern auch ein Dank an die jungen Musikerinnen und Musiker samt ihren Ensembleleitern, die mit ihrer Leidenschaft und ihrem Engagement ein lebendiges Zeugnis für Völkerverständigung und Frieden gaben.
Das Projekt ist das Ergebnis einer langjährigen Partnerschaft zwischen Eichstätt und der französischen Gemeinde Montbrison im Département Loire in der Region Auvergne-Rhône-Alpes, unterstützt vom Verein „Freunde von Montbrison“. Seit 2018 wurde diese Verbindung um den Musikaustausch zwischen dem Gabrieli-Gymnasium und dem Musikgymnasium „Maîtrise de la Loire“ sowie neuerdings auch dem „Lycée de Beauregard“ erweitert. Den beiden Konzerten in Eichstätt war eine intensive Probenwoche der Ensembles des GG – gut 150 Schülerinnen und Schüler des Großen Chors, Großen Orchesters und Sinfonischen Blasorchesters - mit den angereisten 44 französischen Schülerinnen und Schülern sowie ihren Lehrern vorausgegangen. Untergebracht in lokalen Gastfamilien, entstanden aus dem musikalischen Austausch auch persönliche Erfahrungen, die den deutsch-französischen Kontakt weiter vertieften und echte Freundschaften entstehen ließen.
Das Concert Rock:
Deutsch-französisches Rockkonzert "RockEd"
Für das Gabrieli-Gymnasium eher ungewöhnliche
Klänge waren am Samstagabend in der Aula der Schule zu hören. Für eine gelöste
Stimmung und immer wieder frenetischen Jubel sorgten wechselnde Bandkonstellationen,
die Schülerinnen und Schülern wie Konzertgäste zum Mitklatschen, -tanzen und
-springen in dem bewusst nicht bestuhlten Front of Stage-Bereich animierten:
Die gesamte Aula rockte und nahm sich damit die explizite Aufforderung Christof
Neumayrs zu Herzen, der bei seiner deutsch-französischen Begrüßung zusammen mit
Romain Chaverot, Musiklehrer am Lycée de Beauregard, explizit zum Mitklatschen
und -rocken aufforderte.
Ausflüge:
in Regensburg
beim Bowling
Die Proben für die beiden Konzerte:
Herzlich begrüßten wir unsere Freunde aus Montbrison, die am Sonntagabend wohlbehalten in Eichstätt ankamen!
Und schon wurde in den Räumen des Gabrieli-Gymnasiums fleißig für die beiden deutsch-französischen Gemeinschaftskonzerte - das Concert classique und das Concert rock - am Freitag im Dom und am Samstag in der Aula des GG geprobt:
Einen ganz kleinen Vorgeschmack liefert dieses kurze Video vom ersten Probentag in der Aula: Großes Orchester, Sinfonisches Blasorchester und der Große Chor des Gabrieli-Gymnasiums proben gemeinsam mit dem Chor aus Montbrison.
Während des Aufwärmens.
Auch für das Rock-Konzert am Samstag finden intensive Proben statt.
